Bolivien
Klima und Geographie
Bolivien liegt im Landesinneren von Südamerika und besitzt damit keinen Zugang zum Meer. Stattdessen gibt es in Bolivien aber die hohen Berge der Anden und auch ein großer Teil des Titicacasees fällt in das Gebiet Boliviens. Der Titicacasee gehört zweifelsohne zu den Highlights des Landes: er hat eine Fläche von 8.288 km² und ist an seiner tiefsten Stelle 365 Meter tief. Im Vergleich mit dem Bodensee beispielsweise, ist der Titicacasee beinahe 13 Mal größer. Der See liegt auf einer Höhe von 3810 Metern über dem Meeresspiegel und ist damit der höchst gelegene See der Welt, der zudem auch noch schiffbar ist. Insgesamt erstreckt sich der Titicacasee über eine Länge von 194 Kilometern und eine Breite von 65 Kilometern zwischen den Ländern Peru und Bolivien. Zu den Sehenswürdigkeiten Boliviens gehört, neben dem Titicacasee, noch ein weiterer Superlativ: im Südwesten des Landes befindet sich die Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Welt.
Flächenmäßig den größten Teil des Landes machen die Llanos, von tropischer Hitze geprägtes Tiefland, das entsprechend sehr dünn besiedelt ist, aus. Die Llanos reichen vom ostbolivianischen Bergland bis hinüber zu den Grenzen Brasiliens und Paraguays und werden in trockenes Savannengebiet und tropischen Regenwald untergliedert.
Geschichte und Kultur
Vor dem 15. Jahrhundert wurde das Land Bolivien von unterschiedlichen Kulturen, als wichtigste ist sicher die Zivilisation von Tiahuanaco zu nennen, bewohnt. Im 15. Jahrhundert wurde es dann dem berühmten Inka-Reich eingegliedert, allerdings schon im 16. Jahrhundert von spanischen Kolonialisten dem Vizekönigreich Peru einverleibt. Später gehörte es zum Vizekönigreich Rio de la Plata.
1809 begannen bolivianische Einwohner erstmals für ihre Unabhängigkeit zu kämpfen, allerdings ohne Erfolg. Erst 1825 gelang Bolivien unter Führung von Simón Bolívar die Loslösung von der spanischen Vorherrschaft und Bolivien wurde, nach nicht lange währender Union mit Peru, unabhängiger Staat. In den Folgejahren verlor der Staat in mehreren Kriegen große Landesteile und die wirtschaftliche Lage des ehemals mit reichen Bodenschätzen gesegneten Landes wurde stetig schlechter.
Seit her war die Lage in Bolivien stetig unruhig, es kam zu Revolutionen, Aufständen und militärischen Coups. Seit den frühen 80er Jahren des 19. Jahrhunderts herrscht in Bolivien Demokratie. Dennoch kommt es in Bolivien immer wieder zu gesellschaftlichen Unruhen, was nicht zuletzt in der Tatsache begründet ist, dass Bolivien zu den ärmsten Ländern Südamerikas zählt.
Nichtsdestotrotz ist Bolivien ebenso auch ein Land voller kultureller Schätze. Alle 35 ethnischen Gruppen des Landes haben ihren Teil zur ungemein vielfältigen und facettenreichen Kultur des Landes, das Reisende begeistert und fasziniert, beigetragen. Den stark variierenden klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen geschuldet, gibt es in den verschiedenen Teilen des Landes sehr verschiedene Riten, Sitten und Bräuche. Über das ganze Land werden z.B. Bolivianische Tänze getanzt, die für die Bewohner von großer Bedeutung sind.
Anreise und Unterkunft
Die Anreise nach Bolivien ist ein wenig schwierig, da es kaum Direktflüge von Europa nach Bolivien gibt. Am besten wählt man einen Flug über Chile oder Peru, dabei kommt man normaler Weise am besten weg. Wie bei den meisten Langstreckenflügen gilt auch für Flüge nach Bolivien: Wer frühzeitig und direkt Hin- und Rückflug bucht, kann meist viel Geld sparen.
Das Reisen innerhalb Boliviens gestaltet sich dafür im Normalfall unproblematisch. Fast das ganze Land ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, an erster Stelle sind hier die Busse zu nennen, gut zu bereisen. Problematisch kann es in der Regenzeit und hier vor allem im Tiefland werden, da es in dieser Zeit häufiger vorkommt, dass Straßen durch Überschwemmungen beschädigt oder blockiert werden. Wer plant, die stark auf Tourismus ausgelegten Gebiete Boliviens zu verlassen und auch das Tiefland zu bereisen, sollte also darauf achten, seinen Urlaub nicht in die Regenzeit von Januar bis Februar zu legen.
Was die Unterkunft betrifft, so kann man in Bolivien wirklich komfortabel wohnen, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen. Hotels, Pensionen und Jugendherbergen in den Städten sind außerordentlich günstig. Auch luxuriöse Hotelzimmer sind zu erstaunlich günstigen Preisen zu bekommen. Wer in etwas ländlicheren Gegenden eine Bleibe sucht, sollte sich auf ein eher rustikales Umfeld einstellen. Hier kommt man dafür aber in den Genuss der bolivianischen Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die mit wirklich gutem Essen abgerundet wird.
Tourismus
Der Tourismus hat in den vergangenen Jahren in Bolivien zwar stark zugenommen, insgesamt ist er jedoch nur von nachrangiger Bedeutung: Im Jahr 2004 waren es lediglich 367.000 Beuscher aud dem Ausland, die nach Bolivien reisten. Die Mehrzahl der Touristen besichtigt die Hauptstadt Sucre, oder reist zur Salar de Uyuni und an den Titicacasee – nur circa 10 Prozent der Touristen reisen in die weite Ebene des Amazonasbeckens, in dem sich auch die 21 bolivianischen Nationalparks befinden.
Zu diesen gehört unter anderem der Nationalpark „Noel Kempff Mercado“. Dieser ist seit 2000 ein Weltnaturerbe der UNESCO. Der Nationalpark befindet sich im Departamento Santa Cruz im Nordosten des Landes an der Grenze zu Brasilien und wurde im Jahre 1979 gegründet.
Die Schönheit des Altiplanos sowie auch die der Amazonasregion, schätzen immer mehr Ausländer. Die Einheimischen hingegen reisen auf Grund der schlechten Wirtschaftslage eher selten. Von daher gibt es Massentourismus in Bolivien kaum.
Zwei der touristischen Hauptziele sind die bolivianische Hauptstadt Sucre, vor allem wegen ihrer kolonialen Bauten, sowie die Stadt La Paz, in der sich der Regierungssitz Boliviens befindet. Bei den Touristen beliebt ist außerdem Potosí. Anziehungspunkte sind dort die Minen und die Prachtbauten, die noch von der goldenen Zeit der Stadt zeugen. Ein weiter Besucher-Magnet ist der Titicacasee mit seinen Inseln, der Sonneninsel und der Mondinsel, die auch als „heilige Inseln“ gelten. Die Amazonasregion um die Stadt Rurrenabaque wird noch wenig besucht, erfreut sich aber einer zunehmenden Beliebtheit. Die Salar de Uyuni ist die größte Salzwüste bzw. der größte Salzsee in Amerika und eine der Hauptattraktionen von Bolivien. Weniger bekannt ist die Kleinstadt Tupiza. Diese liegt im Süden des Landes inmitten einer vielfarbigen Gebirgslandschaft und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Für Freunde der Geschichte ist die Ruinenstätte Tiahuanaco, als Überbleibsel des religiösen und administrativen Zentrums einer präkolumbischen Kultur, besonders interessant.
Folgendes sollte man vor der Reise nach Bolivien wissen: Die Infrastruktur des Landes ist zumeist gut. Das Preisniveau ist, besonders für Europäer, sehr niedrig. Wer in die Gebirgsregionen Boliviens reist, könnte Probleme mit der Höhenkrankheit bekommen. Als Hilfsmittel gegen die Höhenkrankheit gelten der Coca-Mate-Tee sowie eine unter dem Namen Sorojchi-Pill bekannte Pastille. Darüber hinaus sollten Alkohol und schwere Speisen gemieden werden.



