Jamaica

Der selbstständige Inselstaat Jamaica ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Karibik und ist mit 10.991 km² die drittgrößte Insel der Großen Antillen. Der Name Jamaica heißt soviel wie Holz- und Wasserland. Kuba ist 145 km südlich entfernt und die Dominikanische Republik 160 km in westlicher Richtung. An der Südwestlküste liegt die Inselgruppe Pedro Cays, und die 60 km vor der Küste gelegene Inselgruppe Morant Cays gehört ebenfalls zu Jamaica.

Geographie

Am Nordrand der karibischen Platte gelegen, führt die Nähe zur Plattengrenze immer wieder zu Erdbeben. Dicke Kalksteinschichten bedecken die Insel und bilden den Kern der bis zu 900 Meter hohen Bergkette, die an der Nordseite stellenweise 500 Meter steil zur See abfallen. Außer von Kalk besteht der Boden aus erkalteter Magma und Schiefer. Wichtigster Bodenschatz ist Bauxit, welches östlich von Montego Bay und westlich von Kingston im Inneren der Insel zu finden ist. Des weiteren werden Gips und Marmor abgebaut.

Den Osten prägen die Blue Mountainst, eine 100 km lange Bergkette mit dem höchsten Berg der Insel, den 2256 Meter hohen Blue Mountain Peak. Aufgrund der Gebirge und des weichen Gesteins ziehen sich viele Flüsse von Nord nach Süd durch Jamaica. Nicht immer verlaufen sie über der Erde, doch der 53 km lange Black River ist beschiffbar. Der Rio Minho gilt als längster Fluss, obwohl er bei 92,6 km regelmässig trockenfällt. An Seen mangelt es wegen des porösen Kalksandsteins, doch der Moneague Lake führt in zehnjährigem Zyklus monatelang soviel Wasser, dass die Fläche auf 300 Hektar ansteigt.

Städte

Da die Berge im Innern die Landschaft zerklüften liegen die meisten Siedlungen und Städte an der Küste und in Ebenen. Im Ballungszentrum leben 700.000 Menschen, das ist ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Kingston als Hauptstadt ist mit 585.000 Einwohnern Teil dieses Zentrums. Hier befinden sich die Regierungseinrichtungen, die Universität und der größte Flughafen. Leider ist Kingston auch für seine Kriminalität bekannt.

Ein Anbaugebiet für Zuckerrohr und Bananen ist Spanish Town, das mit 145.845 Einwohnern zu den ältesten Städten Jamaicas zählt und einmal Inselhauptstadt war.

In der Nähe von der Stelle, wo Kolumbus seinen ersten Schritt auf die Insel tat, liegt mit Hafen für Exportgüter und Flughafen Montego Bay, wo um 1900 der Tourismus begann.

Lebensphilosophie

Das Tempo der Jamaikaner scheint sich den tropischen Temperaturen anzupassen, denn selbst im turbulenten Verkehr der Stadt macht niemand einen hektischen Eindruck. Die Einheimischen bewegen sich in Zeitlupe und als Tourist sollte man ebenfalls langsamer werden.„Soon come“ nennen es die Jamaikaner und das ist ihre Philosophie. Ruhig und gelassen bleiben sie auch beim Autofahren, obwohl die Hupe das wichtigste Teil des Autos zu sein scheint.

Rastafari

Ein sehr wichtiger Teil der nationalen Identität Jamaicas ist die Musik. Die Insel wird auch im Ausland als Geburtststätte vieler Stilrichtungen wahrgenommen.

Begonnen hat alles mit den Trommeln der afrikanischen Sklaven, deren Motiv zum musizieren ein religiöses war. Daraus entwickelte sich der Mento. Anfang des 20.Jahrhunderts. Der in den 40er Jahren populär wurde und zum ersten jamaikanischen Volkstanz avanchierte. Ende der 50er Jahre entstand in ärmeren Gegenden der Ska, der soziale Missstände thematisierte. Am bekanntesten ist der Reggae, der 1960 durch Bob Marley und seiner Band The Wailers Weltruhm erlangte und das Lebensgefühl der Jamaikaner am besten zum Ausdruck bringt.